Nach drei Jahren intensiver Zusammenarbeit im WaRM-Projekt wurde das Wassersystemmodell fertiggestellt und ist nun unter folgendem Link abrufbar: https://www.grundwasser-online.de/wassersystemmodell. Die Plattform Grundwasser-Online wird von der Arbeitsgemeinschaft der Wasserversorger im Hessischen Ried betriebenen und dazu genutzt, den Akteuren vor Ort aktuelle Informationen zu Grundwasserständen und Bewirtschaftungsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen. Durch die Wahl einer etablierten Plattform wird gewährleistet, dass die im Wassersystemmodell zusammengestellten Informationen ihre Adressaten aus Wasserwirtschaft, Land- und Forstwirtschaft und aus dem Naturschutz erreichen.
Das Ziel bei der Entwicklung des Wassersystemmodells war es, das Wissen über die quantitativen und qualitativen Zusammenhänge im Untersuchungsgebiet zu vertiefen und zu erweitern sowie die Wirkung möglicher Handlungsoptionen zur Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen vergleichend darzustellen. Dabei wurden numerische Modelle des Wasserhaushalts sowie des Stofftransportes und -umsatzes mit Szenarien der sozioökonomischen Entwicklung, verschiedenen Klimaprojektionen und Maßnahmenoptionen zur Verbesserung des Wasserhaushalts und der Wasserqualität kombiniert.
Im Wassersystemmodell werden basierend auf vier verschiedenen Szenarien zur Entwicklung des Klimas und sozioökonomischer Faktoren wie Bevölkerungswachstum, Landnutzungsänderung und Wasserbedarfsprognosen die mögliche Entwicklung des Wasserhaushalts und der Grundwasserstände dargestellt. Die Modellergebnisse können zu verschiedenen Zeitpunkten (nahe Zukunft, ferne Zukunft) und unter Berücksichtigungen von Maßnahmen zur Reduktion von Nutzungskonflikten angezeigt und miteinander verglichen werden. Außerdem können Hintergrundinformationen zur Bewertung und Wirkungsabschätzung der einzelnen Maßnahmen abgerufen werden.
Projektleiter Dr. Thomas Hillenbrand vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Mit dem Wassersystemmodell Rhein-Main wurde ein Instrument entwickelt, das die Perspektiven unterschiedlicher Stakeholder zusammenführt. Es ermöglicht, Szenarien und Maßnahmenbündel unter veränderten klimatischen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen vergleichend zu betrachten und damit die Entscheidungsfindung zu unterstützen. Gerade für eine adaptive Grundwasserbewirtschaftung liegt der Mehrwert des Modells darin, nicht nur Einzelmaßnahmen zu analysieren, sondern Wechselwirkungen, Zielkonflikte und Synergien transparent zu machen. Ergänzt durch die Online-Plattform und weitere im Projekt entwickelte Produkte wurde damit zugleich eine wichtige Grundlage für die Umsetzung der Projektergebnisse geschaffen.“

Quelle: Fraunhofer ISI

