Im Projekt StressRes wird derzeit an der Verbindung und Einordnung aller Projektkomponenten gearbeitet, die zu einem integrativen Monitoring und Modellsystem als Unterstützung für aktuelle Herausforderungen von Wassernutzungsstress führen sollen. Dafür war das StressRes-Konsortium in letzter Zeit viel unterwegs.
Auf zwei Standorten im Raum Freiburg wurden im Frühjahr und Sommer 2025 im Rahmen aufwändiger Feldarbeiten und mit Unterstützung der Landwirte vier neuartige Systeme zur Erfassung der Grundwasserneubildung (WICKIEs) installiert (Bild 1). Seitdem lässt sich das Sickerwasser in Echtzeit am Computer verfolgen. Dies ermöglicht den direkten Vergleich der Grundwasserneubildungsraten unter verschiedenen Kulturen. Die Komplettierung der Messstationen durch in-situ Nitratmessung mittels optischer Messung soll, nach Abschluss der Labortests, noch vor Jahresende erfolgen.
Weiterhin war StressRes im Austausch mit verschiedenen Stakeholdern und veranstaltete einen Workshop zum Thema Nutzungsstress und Zukunftsszenarien (Bild 2). Die Diskussionen verdeutlichten, wie dringend ein sektorenübergreifendes Verständnis und koordiniertes Handeln im Umgang mit Wasserressourcen erforderlich ist. Die Herausforderungen der Zukunft sind vielschichtig – sie betreffen technische, gesellschaftliche und politische Ebenen gleichermaßen.
Bild 1: Einbau des WICKIE Systems zur direkten
Messung von Grundwasserneubildung (Foto: Heinke Paulsen)
Darüber hinaus präsentierte sich StressRes auch interdisziplinär und international bei Tagungen. Auf der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Agrarökonomie (ÖGA) im September 2025 in Graz wurde der integrierte Modellverbund bestehend aus dem hydrologischem Prozessmodell RoGeR, statistischem Ertragsmodell und dem Landnutzungsmodell PALUD vorgestellt. Für repräsentative Böden der Modellregion Freiburg wurden Ertragsrückgänge, Ertragseffekte durch Bewässerung sowie Bewässerungsmengen für die wichtigsten Getreidekulturen und die Trockenjahre 2003 und 2018 modelliert, um ökonomische Auswirkungen von zukünftig häufiger auftretenden Extremtrockenjahren auf Schlagebene abzuleiten. Zuletzt war StressRes Ende November auf der Bildungs- und Beratungswoche 2025 „Wasser – zu viel oder zu wenig“ des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz vertreten.
Bild 2: Stressoren im Spannungsfeld Landwirtschaft-Grundwasser-Trinkwasser
(Foto: Universität Freiburg; Stakeholder-Workshop-2025-Bericht — Drought Projects)
Mit den Vorträgen „Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt und den Stofftransport“ sowie „Auswirkungen von Dürrejahren auf die landwirtschaftliche Pflanzenproduktion und Anpassungsoptionen“ leistete StressRes einen aktiven Beitrag zum Wissenstransfer in landwirtschaftliche Praxis, Beratung, Verwaltung und Forschung.




