LURCH

LURCH Abschlussveranstaltung

 Am 11. und 12. Februar 2026 fand im DECHEMA-Haus in Frankfurt am Main die Abschlussveranstaltung der BMFTR-Fördermaßnahme LURCH statt. Gefördert werden in diesem Rahmen Projekte, die Strategien zum Schutz unserer wichtigsten Trinkwasserressource, des Grundwassers, entwickeln – vor Schadstoffen wie Nitrat und PFAS ebenso wie vor den Folgen des Klimawandels.

Die Ergebnisse der Verbundprojekte machten deutlich, wie dringend die Herausforderungen angegangen werden müssen: Seit 2003 sind sinkende Grundwasserstände messbar, realistische Klimaszenarien prognostizieren zunehmende Wasserknappheit auch in Deutschland. Zugleich nehmen die Belastungen durch Schadstoffe wie Nitrat und PFAS weiter zu.

Entsprechend stand die Frage, wie Forschungsergebnisse in praktische Lösungen überführt werden können, im Mittelpunkt der Tagung, an der rund 180 Teilnehmende aus Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Politik teilnahmen.

Diskussion: Zentrale Themen der Forschung

Nach den Vorträgen der Verbundprojekte und während einer Podiumsdiskussion war Raum für Austausch und Kommentare. In den lebhaften Diskussionen wurde deutlich, dass angewandte Grundwasserforschung heute vor allem Integration verlangt – sowohl zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen wie Geologie, Hydrologie, Chemie und Hydrogeologie als auch zwischen Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Praxis. Nur durch diesen Austausch können, so ging aus der Diskussion hervor, komplexe Grundwasserprozesse verstanden und zielgerichtete Schutzmaßnahmen entwickelt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt aus den Diskussionen war das Thema Grundwassermonitoring. Dieses sollte künftig gezielter gestaltet werden; nicht als reine Datensammlung, sondern als Instrument zur Bewertung und Steuerung von Maßnahmen. Vorgeschlagen wurden effektbasierte Methoden und Non-Target-Analytik, die es ermöglichen können, chemische und biologische Informationen stärker zu verknüpfen und Belastungen frühzeitig zu erkennen.

Deutlich wurde auch, dass die Nitratproblematik besonders drängend bleibt: So waren die Teilnehmenden der Meinung, dass Einträge verhindert werden müssen, da bestehende Belastungen über Jahrzehnte im System verbleiben. Parallel gelte es, technische Verfahren zur Entfernung von Nitrat und PFAS weiterzuentwickeln.

Auch der Umgang mit fragmentierten Daten wurde als eine weitere strukturelle Herausforderung angesprochen. Nur durch Standardisierung, Datentransparenz und Open-Access-Strukturen ließen sich belastbare Bewertungen und Modelle erstellen, so die Meinung aus der Diskussion. Das ist auch ein zentraler Punkt im Rahmen der Nationalen Wasserstrategie.

Von Forschung zu Anwendung

Ziel der Veranstaltung waren nicht nur die Projektarbeiten, sondern auch deren Transfer: Wie gelangen Forschungsergebnisse in die Anwendung? Alle zehn Verbundprojekte präsentierten Lösungen mit Fokus auf Nutzbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit.

Die meisten Verbundprojekte stehen jedoch noch vor ihren eigenen projektinternen Abschlussveranstaltungen. Entsprechend wird es in den jeweiligen Verbundregionen weitere Workshops mit Anwenderinnen und Anwendern der Region geben.

Zusätzlich dazu soll es fördermaßnahmenübergreifend folgendes geben:

  • eine Abschlusspublikation, die Forschungsprodukte gezielt mit Praxisfragen verknüpft,
  • die Einbindung aller Tools auf der Online-Plattform „Innovationsatlas Wasser“,
  • niedrigschwellige Online-Anwender-Workshops und
  • eine Transferveranstaltung im September 2026, die als Marktplatz für die entwickelten Produkte dienen soll.

Auch neue Podcastformate sollen die Ergebnisse breiter in die Öffentlichkeit tragen und das Bewusstsein für die Bedeutung angewandter Grundwasserforschung stärken. All diese Aktivitäten werden durch die Netzwerke von DVGW, DWA, ITVA, GAB, FH-DGGV, LAWA und UBA begleitet.

Mit der Abschlussveranstaltung ist LURCH nicht zu Ende – jetzt geht es darum, die entwickelten Lösungen in die Praxis zu tragen und ihren Beitrag zum Schutz unserer Wasserressourcen sichtbar zu machen.


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